Bericht vom 26.01.2010:

Alte Polizeistation - Tapi Aike (Polizeistation): 47 km, 15 Grad , extrem windig

Gestern Nacht zog noch ein Unwetter über mich hinweg. Ich dachte, ich fliege weg
mit dem Zelt, aber es ist noch mal gut gegangen.
Die heutige Etappe könnte man unter „Wind , Wind und nochmals Wind“ verbuchen.
Die ersten 10 km waren noch ok, aber dann extremer Wind von der Seite und von
vorn auf den nächsten 37 km. Man konnte ihn nicht einordnen von wo er kommt und
das war gefährlich. Ich crashte an diesem Tag 4 mal, weil ich das Rad nicht mehr
halten konnte, selbst im Stillstand. Quälte mich so mit 5 km/h voran - reine Schinderei.
An diesem Tag lernte ich den Patagonischen Wind von seiner besten Seite kennen.
Unterwegs flog noch meine Mütze weg! Bin ca. 1 km hinterher gerannt, bevor sie an
einen Strauch hängen blieb. Das Absolute war jedoch: vor mir hielt ein Auto und eine
fette Frau (Entschuldigung) stieg aus und fotografierte mich, als ich mich gerade wieder
richtig quälen musste. Unglaublich! Da sind mir so einige Wörter über die Lippen ge-
sprungen, das könnt ihr Euch ja denken.
Als ich dann endlich an der Kreuzung Tapi Aike war, fragte ich bei der Polizei, ob ich
irgendwo mein Zelt aufbauen könnte. Ich durfte in der Garage mein Zelt aufstellen.
Endlich kein Wind - ich schlief super.

Buenas noches, Lars

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